Greenwashing in den Einkaufsstraßen

Die Ergebnisse einer „Which?“-Untersuchung Untersuchungen zum Greenwashing im britischen Einzelhandel zeichnen ein besorgniserregendes Bild aus Mythen und Unwahrheiten.

Für die Akteure der Druck-, Papier- und Verpackungsbranche stellt „Greenwashing“ ein erhebliches Problem dar und kann der Branche potenziell schaden. Wenn Unternehmen und Marken in ihrer Kommunikation irreführende oder unbegründete Umweltaussagen machen, kann dies nicht nur bei den Verbrauchern Verwirrung stiften und sie dazu veranlassen, Entscheidungen auf der Grundlage falscher Informationen zu treffen, sondern auch weitreichende Auswirkungen auf eine Vielzahl von Unternehmen haben.

Eine Studie von Two Sides und Censuswide aus dem Jahr 2021 ergab, dass Greenwashing im europäischen Versand- und Postsektor aufgrund sinkenden Vertrauens und eines rückläufigen Papierverbrauchs zu jährlichen Umsatzverlusten in Höhe von schätzungsweise 337 Millionen Euro führen könnte.

Doch während das Wissen darüber, dass Unternehmen Greenwashing-Taktiken einsetzen, um ihre Kunden dazu zu bewegen, auf Online-Kommunikation umzusteigen, immer mehr in den Fokus rückt, gibt es weniger Verständnis für die direktere Praxis von Einzelhändlern und Herstellern, die Greenwashing betreiben, um ihren Produktabsatz zu steigern.

Eine aktuelle Untersuchung der Verbraucherzeitschrift „Which?“ zum Thema „Greenwashing“ im britischen Einzelhandel hat jedoch ein besorgniserregendes Bild aus verwirrenden Umweltaussagen, vagen Behauptungen und unlauteren Vergleichen zutage gefördert.

Schockierende Statistiken

Zwischen Oktober und November 2024 hat „Which?“ 20.000 Online-Produktangebote mit Umweltversprechen ausgewertet. Aus dieser ersten Auswahl wurden 1.000 Angebote manuell anhand des „Green Claims Code“ der CMA überprüft, der sechs Grundsätze für umweltbezogenes Marketing festlegt: Klarheit, Genauigkeit, Belegbarkeit, Ausgewogenheit, Berücksichtigung des gesamten Lebenszyklus und faire Vergleiche.

Die Ergebnisse waren schockierend: Zwei Drittel der Produkte verstießen gegen mindestens zwei Grundsätze des Kodex. Die Untersuchung kam zu dem Schluss, dass Unternehmen routinemäßig auf vage Begriffe wie „umweltfreundlich“ oder „nachhaltig“ zurückgreifen, ohne ausreichende Belege oder einen entsprechenden Kontext zu liefern. Zudem begründen oder erläutern 49 % der Produkte mit Umweltversprechen vage Begriffe wie „nachhaltig“ oder „umweltfreundlich“ nicht, und 55 % fügten ihren Aussagen keine Belege bei oder gaben keinen Link bzw. keinen Verweis darauf an.

Beispiele für Greenwashing

So wurde beispielsweise bei einer Flasche Smirnoff Red Label Vodka behauptet, diese sei „zehnmal durch sieben Säulen mit ökologisch nachhaltiger Holzkohle gefiltert“ worden. Das Which?-Team wies jedoch darauf hin, dass „unklar ist, was ‚ökologisch nachhaltige Holzkohle‘ in diesem Zusammenhang bedeutet. In der Produktbeschreibung wird keine weitere Erklärung gegeben, und es gibt keine Links zu Belegen.“

Zudem hieß es in einer Produktbeschreibung für ein Holzpuzzle von Chad Valley: „Klassisches Holzspielzeug sieht im ganzen Haus toll aus und ist natürlich viel umweltfreundlicher.“ Daraufhin erklärte das „Which?“-Team: „Wir halten es für unwahrscheinlich, dass diese Behauptung dem Green Claims Code entspricht, da keine Angaben darüber vorliegen, welche Umweltaspekte verglichen werden. Das von uns gesehene Beispiel enthielt keinerlei Informationen über die Herkunft des Holzes.“

Branchenweite Schäden

Das Problem beim Greenwashing im Einzelhandel besteht nicht nur darin, dass Verbraucher dazu verleitet werden, ein Produkt zu kaufen, das sie für umweltfreundlich halten, sondern auch darin, dass es Unternehmen schadet, die viel Zeit und Mühe in die Umsetzung ihrer Umweltwerte und nachhaltigen Praktiken investiert haben.

„[Umweltbezogene Werbeaussagen] können dazu führen, dass Verbraucher Produkte kaufen, die sie für nachhaltiger halten, als sie tatsächlich sind, und dafür einen Aufpreis zahlen“, heißt es in dem Bericht. „Außerdem schadet es Unternehmen, die ernsthaft in Nachhaltigkeit investieren, schwächt deren Wettbewerbsvorteil und hält andere Unternehmen davon ab, nachhaltiger zu handeln.“.“

Den vollständigen Bericht von „Which?“ finden Sie unter bit.ly/Which-Green-Claims-Report

„Two Sides“-Anti-Greenwashing-Kampagne

Two Sides geht aktiv gegen Organisationen vor, die unbewiesene Umweltaussagen zum Papierverbrauch verbreiten. Bis heute haben über 50 % der von Two Sides angesprochenen Unternehmen ihre irreführenden Aussagen geändert oder entfernt.

Halten Sie Ausschau nach Beispielen für Greenwash im Zusammenhang mit Papier und Umwelt. Falls Sie solche Beispiele entdecken, senden Sie sie uns bitte zu: greenwash@twosides.info

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