Schüler lernen besser, wenn sie auf Papier lesen

Neue Forschungsergebnisse des Nationalen Lesezentrums an der Universität Stavangerhat ergeben, dass das Lesen auf Papier zu einem besseren Verständnis und einer höheren Aufmerksamkeit führt als das Lesen am Bildschirm, insbesondere bei Schülern mit geringeren Lesefähigkeiten.

Die von der Forscherin Viktoria Holsey Foss geleitete Studie beleuchtet die Herausforderungen, die digitale Leseumgebungen erstellen können. Beim Online-Lesen kommen Ablenkungen wie Benachrichtigungen, Pop-ups und der einfache Zugriff auf andere Apps und Aktivitäten vor. Zudem erfordert das Lesen am Bildschirm mehr Navigation und Entscheidungsfindung, was die Aufmerksamkeit des Lesers zusätzlich beansprucht.

In seiner Studie untersuchte Foss, wie Berufsschüler fachspezifische Texte beim Lesen auf Papier im Vergleich zum Lesen auf Bildschirmen verstanden. Die Ergebnisse waren eindeutig: Schüler mit den geringsten Lesefähigkeiten zeigten beim digitalen Lesen ein schlechteres Textverständnis.

Laut Foss wenden Schüler, die ohnehin schon Schwierigkeiten beim Lesen haben, einen erheblichen Teil ihrer kognitiven Kapazitäten für die Entschlüsselung von Texten auf. Zusätzliche Ablenkungen und konkurrierende Reize können die für das Textverständnis und die Konzentration verfügbaren geistigen Ressourcen einschränken.

Interessanterweise untersuchte die Studie auch, ob die Beseitigung von Online-Ablenkungen die Leseergebnisse beim digitalen Lesen verbessern würde. Selbst wenn die Schüler ohne Internet-Verbindung digital lasen, waren das Leseverständnis und die Aufmerksamkeit weiterhin besser, wenn die Texte auf Papier präsentiert wurden. Foss vermutet, dass dies damit zusammenhängen könnte, dass viele Menschen digitale Geräte mit Benachrichtigungen, Multitasking und Aktivitäten in Verbindung bringen, die nichts mit konzentriertem Lesen zu tun haben.

Auch Lehrer sehen die gleichen Vorteile

Fred Arne Kjørkleiv, Fachlehrer für Bauwesen an der Godalen-Oberschule, sagt, die Ergebnisse spiegelten seine eigenen Erfahrungen im Unterricht wider.

„Was unsere Schüler angeht, setze ich großes Vertrauen in das gedruckte Lehrbuch“, erklärt er. „Es erstellt Raum für Ruhe, Reflexion und Diskussion. Wir können Konzepte in unserem eigenen Tempo durcharbeiten und wenn wir sie brauchen, ganz natürlich eine Pause einlegen. Aus diesem Grund bleibt das Lehrbuch eines unserer wertvollsten Lehrmittel.“

Kjørkleiv hat die Schüler zudem dazu ermutigt, aus gedruckten Texten zu lesen. Er weist darauf hin, dass das Lesen aus einem Buch ganz natürlich Gelegenheiten erstellt, um Fragen zu stellen, Diskussionen zu führen und eine intensivere Auseinandersetzung mit dem Inhalt zu erreichen.

Der Wert von Papier beim Lernen

Die Studie ergänzt eine wachsende Zahl von Belegen dafür, dass Papier nach wie vor ein wichtiges Medium für das Lernen und das Verstehen ist. Zwar nehmen digitale Hilfsmittel einen wichtigen Platz im Bildungswesen ein, doch deuten die Forschungsergebnisse darauf hin, dass gedruckte Materialien deutliche Vorteile für die Konzentration, das Verstehen und das Behalten von Lerninhalten bieten können. Dies gilt insbesondere für Schüler, die zusätzliche Unterstützung beim Lesen brauchen.

Für Pädagogen und politische Entscheidungsträger, die die Lese- und Schreibkompetenz sowie die Lernergebnisse verbessern möchten, sind die Ergebnisse eine Erinnerung daran, dass Papier nach wie vor eine entscheidende Rolle dabei spielt, Schülern zu helfen, sich intensiv mit dem Gelesenen auseinanderzusetzen.

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