Umfrage zeigt: Verbraucher sind der Ansicht, dass die Papier- und Pulp-Industrie weniger Auswirkungen auf die Wälder hat als andere Branchen

Der aktuelle Forschungsbericht von Two Sides Europe mit dem Titel „Trend-Tracker-Umfrage 2023„…“ zielt darauf ab, die sich wandelnde Wahrnehmung der Verbraucher gegenüber Druckerzeugnissen, Papier und papierbasierten Verpackungen zu verstehen, wobei insbesondere ihre Einstellung zu Umweltaspekten, ihre Lesegewohnheiten, ihre Vorlieben bei Verpackungen sowie ihre Einstellung zu Tissue-Produkten untersucht werden.

Was wirkt sich am stärksten auf die Wälder aus?

Die Druck- und Papierindustrie ist von Mythen umgeben, von denen viele auf historischen Fehlvorstellungen über die Auswirkungen von Papier auf die Wälder beruhen. Es ist heute wichtiger denn je, diese Mythen zu widerlegen und das Bewusstsein für die Nachhaltigkeit von Papier zu schärfen.

Als Verbraucher gebeten wurden, verschiedene Branchen/Tätigkeitsbereiche zu bewerten und anzugeben, welche ihrer Meinung nach die größten Auswirkungen auf die Wälder haben, wurden die Papier- und Pulp-Industrie als am wenigsten schädlich eingestuft. 49 % der europäischen Verbraucher glauben, dass Energie/Holzbrennstoffe die größten Auswirkungen auf die Wälder haben – ein Anstieg gegenüber 47 % im Jahr 2021. 47 % glauben, dass die Stadtentwicklung (Bau von Häusern oder Städten) die größten Auswirkungen hat, 45 % nennen Palmölplantagen sowie Bauwesen und Holzindustrie, und 37 % glauben, dass Landwirtschaft, Ackerbau und Viehzucht die größten Auswirkungen haben. Im Vergleich dazu glauben nur 36 % der europäischen Verbraucher, dass Papier und Pulp, Zellulose die größten Auswirkungen haben – ein Rückgang gegenüber 45 % im Jahr 2021.

Die Landwirtschaft ist die Hauptursache für die Entwaldung, die vor allem in den tropischen und subtropischen Regionen der Welt stattfindet. Tatsächlich sind 73 % der Entwaldung in diesen Regionen auf die Landwirtschaft zurückzuführen.[1] Im Gegensatz dazu hat sich die Nettofläche der europäischen Wälder, die Holz für die Herstellung von Papier, pflanzlichen Verpackungen und vielen anderen Produkten liefern, täglich um eine Fläche vergrößert, die 1.500 Fußballfeldern entspricht.[2]

Umgang mit den Bedenken der Verbraucher in Bezug auf Papier

Der Hauptbestandteil von Papier, die Holzfaser, ist ein natürlicher und nachwachsender Rohstoff. In Europa, wo fast alle Urwälder unter Schutz stehen, stammt Papier aus Wäldern mit nachhaltiger Forstwirtschaft, in denen der Kreislauf aus Anpflanzung, Wachstum und Regeneration sorgfältig gesteuert wird. 67 % der europäischen Verbraucher sind der Meinung, dass es wichtig ist, Papierprodukte aus Wäldern mit nachhaltiger Forstwirtschaft zu verwenden, und 37 % achten beim Kauf von ppapierbasierten Produkten auf Waldzertifizierungssiegel.

67 % der Verbraucher sind der Meinung, dass zur Herstellung neuer Papierprodukte ausschließlich Recyclingpapier verwendet werden sollte, was darauf hindeutet, dass die meisten diese praktische Unmöglichkeit nicht verstehen. Zwar stammen 49 % der in der europäischen Zellstoff- und Papierindustrie verwendeten Fasern aus Altpapier[3] und werden die Fasern im Durchschnitt 3,5 Mal recycelt[4], doch können sie nicht unbegrenzt recycelt werden, da sie sich so weit zersetzen, dass sie sich nicht mehr zu neuem Papier verbinden lassen. Daher ist im Herstellungszyklus stets ein Anteil an Frischfasern aus Wäldern mit nachhaltiger Forstwirtschaft erforderlich.

Mehr als die Hälfte der befragten Verbraucher (56 %) ist der Meinung, dass bei der Herstellung von Papier und Karton, Kartonagen, Papier-Verpackungen übermäßig viel Wasser verbraucht wird. Im Jahr 2021 wurden rund 90 % des bei der Herstellung von Papier und Karton in Europa verbrauchten Wassers gereinigt und wieder in die Umwelt zurückgeführt, während der Rest verdunstete oder im Endprodukt verbleibt.[3]

„Es ist zwar erfreulich, dass sich die Wahrnehmung der Verbraucher etwas verbessert hat, doch dieser Bericht zeigt, dass nach wie vor viele Missverständnisse in Bezug auf gedruckte und ppapierbasierte Produkte sowie deren Auswirkungen auf die Umwelt bestehen“, sagt Jonathan Tame, Geschäftsführer von Two Sides Europe. „Diese Missverständnisse machen die Arbeit, die wir bei Two Sides und Love Paper leisten, unverzichtbar.“

Quellen

  1. www.wwf.org.uk/10-myths-about-deforestation
  2. Daten der FAO der Vereinten Nationen, 2005–2020
  3. CEPI – Wichtige Kennzahlen, 2022
  4. Monitoring-Bericht des Europäischen Papierrecyclingrats, 2021
Written in